Weinlehrpfad

Hoch über dem Frankenland thront die Vogelsburg und zu ihren Füßen schlängelt sich der Main wie eine Schleife um den von Weinstöcken und Obstbäumen bewachsenen Berg. Der Blick von dort aus ist frei auf die idyllischen Orte Fahr, Nordheim, Sommerach und Volkach. Allesamt haben eines gemeinsam, denn hier wird die Jahrhunderte alte Tradition der Weinkellerei hochgehalten, oftmals in Weingütern, in denen das Wissen über den kostbaren Rebensaft von Generation zu Generation weiter gegeben wird.

Diese Tradition reicht weit zurück: Schon vor mehr als zwölf Jahrhunderten wurden im Frankenland Rebstöcke in die Erde gebracht. Schon im Jahr 777 gab es Weinberge, die Kaiser Karl der Große großherzig an das Kloster Fulda verschenkte. Die Anbauflächen dehnten sich kontinuierlich aus und verliefen schließlich entlang des Mains und seinen vielen Seitentälern. Die noch heute bekannte und beliebte Rebsorte „Silvaner“ kann auf eine Geschichte zurückblicken, die bereits 1659 begann und immer noch fortgeschrieben wird. 1913 gesellte sich die Sorte „Müller-Thurgau“ dazu und hat sich ebenso ihren festen Platz erobert.

Der Bocksbeutel – er ist heute den Frankenweinen vorbehalten.

 

 

 

Eine tönerne Flachkugelflasche aus der Keltenzeit, etwa 1400 v. Chr., gilt nachweislich als die Urform des heutigen Bocksbeutels. Schon die Römer kannten diese Flaschenform, aus Glas aber auch aus Ton. Kleine Henkel am Flaschenhals dienten dazu, sie am Gürtel fest zu schnallen. Dieses praktische Detail wussten auch die Pilger damaliger Zeit zu schätzen und so wurde die Flasche auch „Pilgerflasche“ genannt. Seine traditionell grüne Farbe hat der Bocksbeutel dem Waldglas aus dem Spessart zu verdanken. Heute ist es bis auf ganz wenige Ausnahmen ausschließlich Winzern aus dem Frankenland vorbehalten, ihre Weine in diesen besonderen Flaschen abzufüllen und anzubieten.